0101Und wie versprochen, teil 2

 

Der Canale Grande

Unser grösster Respekt galt dem Canale Grande, welchen wir vollständig vermeiden wollten. Jedoch war nach einer Weile genau dieser Kanal der einzige Ausweg aus einem von uns gewählten Kanalsystem. Unsere Befürchtungen bewahrheiteten sich nun also. Wir entschieden uns dazu nur kurz die Seite des Kanals zu wechseln, um kurz darauf zu bemerken, dass auf der gegenüberliegenden Seite kein neuer Kanal existierte. So waren wir auf dem Canale Grande inmitten von unzähligen Booten in klein und gross die ohne Rücksicht auf Verluste hin- und hersausten. Aufgrund des starken Wellengangs musste ich auf mein Board knien, dies verhinderte jedoch nicht, dass ich einmal beinahe kenterte.

Nach hunderten Metern, so zumindest erschien es mir in diesem Moment, entdeckten wir auf der gegenüberliegenden Seite einen abgehenden Kanal, so kreuzten wir erneut den Canale Grande und befanden uns schliesslich im Sestiere S. Polo. Um die mittlerweile knurrenden Mägen zu beruhigen, suchten wir ein Restaurant welches direkt am Wasser einen Stellplatz für unsere SUPs bot. Nach einigen Gondeln und einem schwimmenden Gemüsehändler wurden wir endlich fündig. Es ist tatsächlich nicht so einfach wie man es sich vorstellt, denn meist sind die Restaurants nicht direkt am Wasser oder bereits total überfüllt.

Die Restaurantwahl war jedoch nicht optimal. Stets aufmerksam sein bevor man sich in Venedig ein Restaurant aussucht. Nach kurzer Zeit entdeckten wir, dass die gesamte Belegschaft nicht italienischer Herkunft war. Jedoch waren wir zu hungrig  um wieder aufbrechen und wir hatten bereits Bekanntschaft mit unseren Sitznachbaren geschlossen. Wir Pizzas welche unserer schimmel Unterkunft in nichts nachstanden. Jede Standard Tiefkühlpizza übertrifft diese Schandtat bei weitem.

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Die Stadt entschädigte uns allerdings dafür und unser weiterer Weg durch die engen Kanäle war ein sehr spezielles Erlebnis. In den engen Kanälen konnten wir das wahre venezianische Leben beobachten, schwimmende Baukräne, Müllentsorogung und eine Familie beim Wohnungswechsel. Auf den Kanälen bewegt man sich abseits der Touristenströme, wir verzichteten dabei bewusst auf die bekanntesten Wahrzeichen Venedigs, dafür wurden wir mit diesen unzähligen kleinen Beobachtungen und Momenten dafür belohnt, nicht den Fussweg gewählt zu haben.

Touristenströme auf den Gehwegen

Trotzdem wollten wir auch einen der belebteren Stadtteile erkunden, kreuzten diesmal geplant und ohne Zwischenfall den Canale Grande und befanden uns schliesslich im Sestiere Cannaregio. Ab diesem Zeitpunkt begegneten uns vermehrt Gondolieri, welche uns glücklicherweise gut gesinnt waren. Wir erwarteten eigentlich Anfeindungen und Ungeduld uns gegenüber. Einige hatten uns auch davor gewarnt den Gondeln nicht in die Quere zu kommen, doch die Reaktionen waren ausgesprochen positiv. Wir wurden gegrüsst, bestaunt und vorbeigelassen. Es herrschte eine sehr freundliche und friedliche Atmosphäre und wir fühlten uns zwischen allen Gondeln absolut wohl. Dagegen waren die Wassertaxis eher Ungeduldig und produzierten viele Wellen. Weil uns der eingeschlagene Weg so faszinierte, folgten wir einer Gondel kurzerhand durch die Stadt. Diese führte uns weiter in den Sestiere Castello. Wir hatten schon längst jegliche Orientierung verloren und folgten nun auschliesslich den Gondeln welche ständig links und rechts abbogen. Mittlerweile ignorierten wir die Verkehrsregeln komplett, egal ob Einbahn oder Fahrverbot, wir folgten einfach den Gondeln. Einzig wo explizit nur Gondeln erlaubt waren, machten wir kehrt und suchten eine Alternativroute.

Verirrt in Venedig auf dem Stand up Paddle

Somit sahen wir doch noch einige touristischere Teile von Venedig, jedoch weiterhin aus einer Sicht, die vielen Menschen verborgen bleibt. Ich kann nicht genau sagen welche historisch bedeutsamen Gebäude wir passierten und es ist mir auch nicht wichtig, es war ein Abenteuer. Inzwischen entfernten wir uns stetig weiter von unserem Startpunkt und es war kein Rückweg in Sicht. Ein Mann bestaunte uns aus seinem Schlafzimmerfenster und bot uns seine Hilfe an. Eine äusserst amüsante Situation, er versuchte uns während wir an sein Fenster lehnten aufzuzeigen wo wir waren.Leider konnte auch er uns nicht weiterhelfen, denn er sprach nur gebrochen Englisch.  Als wir dann zweimal dieselbe Stelle passierten, uns also im Kreis bewegten, war ziemlich klar dass wir uns verirrt haben! Zudem begann es zu donnern und ein leichter Regen setzte ein. Wir entschieden uns für heute Schluss zu machen und diesen erlebnisreichen Tag zu Fuss zu beenden, nicht umsonst waren wir mit aufblasbaren Air SUPs von Indiana ausgerüstet.

Der Rückweg

Bevor wir den Rückweg planen konnten mussten wir zuerst unseren aktuellen Standort ausmachen. Der Fussmarsch führte uns über den Markusplatz und vorbei an einigen Sehenswürdigkeit, somit konnten wir  uns doch noch mit den wichtigsten Wahrzeichen verewigen. Die 30 Minuten zu Fuss waren jedoch nicht im Entferntesten vergleichbar mit dem was wir auf den Kanälen erlebten.

Es war ein unvergessliches Erlebnis, welches wir jedem fortgeschrittenen Paddler weiterempfehlen können. Man sollte allerdings die wichtigsten Techniken beherrschen um trocken durch die Lagunenstadt zu kommen. Zudem empfehlen wir möglichst breite Stand up Paddle Boards, welche weniger anfällig auf Wellen reagieren. Plant eure Route ein wenig besser als wir es taten und verbringt nicht zuviel Zeit auf dem Canale Grande, dann werdet ihr nichts bereuen.

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